Stadt Neustadt a.d. Donau

Renaturierung Wolfsgrabenbach, Neustadt a.d. Donau

Planung / Bauzeit: 2019 – 2022
Länge: 300 + 300 m
Fläche: 28.400 m²
Leistungsphasen: 1 – 9

Lage und Beschreibung der Bestandssituation

Auf Grundlage des Jahr 2012 aufgestellten Gewässerentwicklungsplan wurde Wolfsgrabenbach in zwei Abschnitten renaturiert.

Bis dahin verlief der Abschnitt östlich der Bundesstraße 299 (=Planungsgebiet 1) gradlinig in einem gleichförmigem, eingetieftem Kastenprofil. Es herrschte ein monotones Strömungsbild mit langsamer Strömung vor, ein naturgemäßes Sohlsubstrat war kaum oder gar nicht existent.
Die Uferböschungen waren mit einer Mischung aus Schilfröhricht und nitrophytischer Krautflur bestanden. Die rechtsseitige Auenflächen sind teils Verkehrsflächen, teils intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Im Abschnitt zwischen der Straße Zeiletwiesen und der Raffineriestraße westlich der Bundesstraße 299 (=Planungsgebiet 2) wies der Wolfsgrabenbach einen zum Teil gestreckten und teilweise leicht mäandrierenden Gewässerverlauf ohne Ufer- und/oder Sohlverbauung auf. Das Profil wechselte zwischen einem regelmäßigem Trapez- bzw. Kastenprofil und unregelmäßigen Profilabschnitten. Es herrschte ein monotones Strömungsbild mit langsamer Strömung. Das Sohlsubstrat war hauptsächlich durch Feinsedimente bestimmt. In geringer Ausprägung fand sich kiesiges Sohlsubstrat
An den Böschungen der geradlinig verlaufenden Gewässerabschnitte findet man vor allem Schilfröhricht vor, vermischt mit nitrophytischen Krautfluren. Die schwach gewundenen Abschnitte werden von standorttypischen Ufergehölzen (hauptsächlich Erlen) gesäumt, welche punktuell sehr dicht stehen. Die angrenzenden Flächen südlich und nördlich davon sind durch intensive ackerbauliche Nutzung und intensive Grünlandnutzung bestimmt, die ohne Puffer unmittelbar an die Böschungen des Wolfsgrabenbachs anschließt.

Beschreibung des Vorhabens

Der im Jahr 2012 aufgestellte Gewässerentwicklungsplan enthält folgende Zielsetzung:

  • Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes / Stärkung des Wasser- und Stoffrückhaltevermögens in der Fläche
  • Erhöhung der Strukturvielfalt durch Förderung der Eigendynamik
  • Erhaltung und Wiederherstellung der ufer- und auetypischen Lebensräume

Zur Erreichung der oben genannten Ziele wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Grabenaufweitung und Uferabflachung zur Förderung der Eigendynamik des Gewässers
  • Punktuelles Einbringen von Totholz und standorttypischem Sohlsubstrat
  • Extensivierung der Bodennutzung im angrenzenden Bereich des Wolfsgrabenbaches
  • Anlage von wechselfeuchten Geländeseigen/ Mulden zur Aufnahme des erforderlichen Rückhaltevolumens: die Einstautiefe beträgt maximal 30 cm. Die Mulden werden so angelegt, dass das Wasser wieder in das Bachbett abfließen kann.
  • An Stellen mit größerem Sohlgefälle des Grabengerinnes wird eine Laufverlängerung durch die Anlage von Mäanderschleifen geplant; der alte Gewässerverlauf verbleibt hier zusätzlich als Abflussoption im Hochwasserfall. Gegebenenfalls in diesen Teilabschnitten vorhandene Sohl- und Böschungsfußverbauung wird nicht zurückgebaut.
  • Initialpflanzung standortgerechter Gehölze am Gewässerrand
  • Schaffung von Sukzessionsflächen zur Entwicklung von standorttypischen Hochstaudenfluren